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Im September werde ich 55. Und plötzlich verstehe ich meine Oma.

Kerstin Hartwigsen mit ihrer Hündin NilaKerstin Hartwigsen27. August 2026

Früher habe ich über manche Sprüche meiner Oma gelächelt. Wenn irgendwo etwas knackte oder zwickte, sagte sie gern: „Pass mal auf, im Alter wird das heftig.“ Mit Anfang zwanzig konnte ich damit wenig anfangen. Mein Körper funktionierte schließlich einfach. Aufstehen, weitermachen, zu viel arbeiten, zu wenig schlafen, er würde das schon irgendwie mitmachen.

Heute ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich mit einem Geräusch vom Stuhl aufstehe, das verdächtig nach meiner Oma klingt. Wenn ich zu viel gemacht habe, meldet sich mein Körper inzwischen deutlicher. Und wenn meine Knie knacken, muss ich unweigerlich an sie denken.

Im September werde ich 55. Ich finde das nicht schlimm. Im Gegenteil: Ich will alt werden. Ich möchte nur gern mit Würde, Spaß und möglichst viel Leichtigkeit alt werden.

Gesund älter werden heißt für mich nicht, wieder zwanzig sein zu wollen

Ich brauche keinen Kampf gegen jede Falte und auch kein Versprechen, das mir meinen Körper von früher zurückbringen soll. Darum geht es mir bei Longevity nicht.

Mich interessiert, was ich heute tun kann, damit ich mich auch in den kommenden Jahren gern bewege, klar im Kopf bleibe und weiterhin Lust auf mein Leben und meine Arbeit habe. Ich möchte morgens nicht darüber verhandeln müssen, ob mein Körper und ich denselben Tagesplan haben.

Natürlich verändert sich etwas. Das darf es auch. Aber zwischen „Ich werde älter“ und „Dann kann man eben nichts machen“ liegt für mich ein ziemlich großer Raum. Genau den möchte ich sinnvoll nutzen.

Mein Körper ist geduldiger gewesen als ich aufmerksam

Bei meinen Hunden schaue ich seit Jahren sehr genau hin. Ich beobachte kleine Veränderungen, suche nach Zusammenhängen und überlege, was wirklich passen könnte. Bei mir selbst war ich lange großzügiger. Oder besser gesagt: nachlässiger.

Der Alltag lief, also lief ich mit. Wenn etwas nicht rund war, gab es schnell noch ein Vitamin, ein Mineral oder das nächste Produkt, das gerade überzeugend klang. Mein Schrank wurde voller, eine klare Linie entstand dadurch nicht.

Inzwischen merke ich, dass gesund älter werden für mich an einer anderen Stelle beginnt. Ich möchte nicht einfach möglichst viel nehmen. Ich möchte verstehen, warum ich etwas nutze, was bereits in meinen anderen Produkten steckt und welches Ziel ich damit überhaupt verfolge.

Das klingt nüchtern. Für mich ist es aber eine große Erleichterung, weil ich nicht bei jeder neuen Empfehlung wieder von vorn anfangen muss.

Je älter ich werde, desto mehr schätze ich die alten Sätze

Vielleicht waren die Hinweise meiner Oma medizinisch nicht besonders präzise. Dafür steckte in vielen von ihnen eine Lebenserfahrung, die ich damals noch nicht haben konnte.

Sie wusste, dass der Körper sich irgendwann meldet, wenn man ihn jahrelang selbstverständlich behandelt. Sie wusste auch, dass Kraft nicht unbegrenzt ist und dass Pausen nichts mit Faulheit zu tun haben. Ich musste erst selbst älter werden, um zu verstehen, dass solche Sätze keine Schwarzmalerei waren.

Heute würde ich manches gern noch einmal mit ihr besprechen. Vermutlich würde sie sich köstlich darüber amüsieren, dass ausgerechnet ich nun an sie denke, wenn ich beim Aufstehen einen kleinen Krächzton von mir gebe.

Mit 55 möchte ich nicht hektischer, sondern klarer werden

Das ist für mich ein wichtiger Teil von Longevity mit System: Ich will mich nicht mit noch mehr Aktionismus beschäftigen. Ich möchte besser auswählen.

🌿 Was möchte ich in den nächsten Jahren noch selbstverständlich tun können?

✨ Was unterstützt mich dabei tatsächlich, und was steht nur im Schrank?

🧩 Welche Bausteine ergänzen sich sinnvoll, statt sich wahllos zu stapeln?

💛 Und was passt so gut in meinen Alltag, dass ich es auch langfristig nutzen werde?

Diese Fragen sind für mich hilfreicher als der nächste große Hype. Sie zwingen mich nicht dazu, perfekt zu leben. Sie sorgen nur dafür, dass ich bewusster entscheide.

Ich will alt werden. Aber bitte auf meine Art.

Ich möchte arbeiten, Ideen entwickeln, mit meinen Hunden unterwegs sein und mich über neue Projekte freuen können. Ich möchte weiterhin neugierig bleiben und nicht irgendwann das Gefühl haben, mein Leben werde nur noch von dem bestimmt, was gerade nicht mehr geht.

Ob alles davon so eintreten wird, weiß ich natürlich nicht. Gesundheit lässt sich nicht bestellen und das Leben hält sich selten an Pläne. Aber ich kann heute beeinflussen, wie aufmerksam ich mit mir umgehe und ob meine Entscheidungen wenigstens eine erkennbare Richtung haben.

Vielleicht ist das die Weisheit, die ich von meiner Oma mitgenommen habe: Altwerden beginnt nicht erst, wenn etwas heftig wird. Es begleitet uns längst. Und wir dürfen ruhig ein bisschen früher anfangen, uns darum zu kümmern.

Wenn du wissen möchtest, wie ich aus vielen einzelnen Möglichkeiten eine klare Linie mache, findest du hier meinen Ansatz:

Longevity mit System kennenlernen →